18. September 2019

AKTUELLES

In den heißen Jahren 2015, 2017 und 2018 starben viel mehr Menschen

OÖ: Rekordhitze bringt Rekordzahl an Toten!

Wetterprofi tippt auf extreme Sommerhitze

Stimmen die Prognosen, wird dieser Donnerstag der heißeste Tag im heißesten Juni seit 253 Jahren: bis zu 35 Grad sind für 27. Juni angesagt! Es ist der Siebenschläfertag, von dem es heißt: „Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag!“ Davon geht auch Robert Fraungruber (35) aus St. Marienkirchen an der Polsenz aus, der mit dem Hausruckviertel-Wetter Österreichs beste regionale Wetterplattform aufgebaut hat.


Robert Fraungruber (links) aus St. Marienkirchen an der Polsenz im Bezirk Eferding hören die Menschen gerne zu, wenn er sein großes Wissen über das Wetter preisgibt. Hier erzählt der 35-Jährige bei einer Wetterveranstaltung in Tollet von seinen Erfahrungen.

Robert Fraungruber ist eine meteorologische Koryphäe. Seit seiner Kindheit beobachtet der 35-Jährige das Wetter, und er ist mittlerweile ein hobbymäßiger Wetterprofi. Innerhalb weniger Jahre hat er das Portal www.wetter-hausruck­vier­tel.at aufgebaut, für das mehr als 50 Wetterstationen rund um die Uhr die wichtigsten Daten liefern. Es ist die beste regionale Wetterplattform Österreichs.
Robert Fraungrubers Talent als Wettermann kommt  nicht nur aus seinem Interesse an den Klimafaktoren, sondern begründet sich auch durch sein handwerkliches Geschick und sein großes technisches Wissen. „Das lehrt einen keiner, deshalb habe ich mich in der Nacht in diese Materie hineingetigert,“ erzählt der hauptberufliche IT-Techniker, der auch einige Zeit an der Fachhochschule Wels Bio- und Umwelttechnik studiert hat. Spannend wird es für den St. Marienkirchner abseits des Schönwetters. „Sauwetter taugt mir am meisten. Da wird es so richtig spannend,“ lacht Robert.
Seine erste Wetterstation baute Fraungruber 2006 bei sich zuhause, um das lokale Wetter zu dokumentieren. Seit 2013 arbeitet der professionelle Tüftler an der Hausruckviertel-Wetterplattform. Mehr als 50 Wetterstationen hat  Fraungruber dafür schon installiert und deren Software konfiguriert. Viele davon stehen in den Bezirken Eferding und Grieskirchen, das Netzwerk reicht jedoch bis an den bayrischen Chiemsee, ins Almtal, in den Bezirk Linz-Land, ins Waldviertel, Mariazellerland…, so dass der Begriff Hausruckviertel-Wetter schon zu kurz greift.
Jede Station misst alle wichtigen Wetterdaten, verfügt über eine Webcam und kann über www.wetter-hausruckviertel.at angesteuert werden. Auch Interessenvertretungen wie der Maschinenring, Firmen wie Sonnentor und die staatliche Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sind schon auf den oberösterreichischen Wetterexperten aufmerksam geworden. Von der ZAMG wurde er sogar als Referent eingeladen. „Die wissen, was ich tue,“ sagt Fraungruber, und sie schätzen es wohl auch. Der Autodidakt ist ein Qualitätsbegriff in Österreichs Meteorologen-Szene.
Fraungruber beobachtet auch den Klimawandel ganz genau, und er weiß, „dass die Großwetterlage, sowohl Hoch- als auch Tiefdruck, sehr stabil geworden ist.“ Dadurch gewinnt auch die Siebenschläfer-Regel an Bedeutung, wonach der Wetterverlauf um den 27. Juni dann sieben Wochen lang anhält. Der Siebenschläfertag wird demnach auch für das heurige Sommerwetter einen wichtigen Hinweis geben. Es droht neuerlich ein Hitzesommer wie in den Jahren 2015, 2017 und 2018.
„Prinzipiell müssen wir uns auf längere Trocken- und Hitzeperioden einstellen,“ so Fraungruber. Das gelte vor allem für den Alpenraum, „wo die Erwärmung schon jetzt deutlich über der globalen Erwärmung liegt, was sich stark auf Fauna und Flora auswirkt.“ Und auf die Menschen.
In diese Kerbe schlägt auch Dr. Herbert Formayer vom Institut für Meteorologie an der Wiener Universität für Bodenkultur: „2017 gab es in Österreich mehr Hitzetote als Todesopfer im Straßenverkehr.“
In Oberösterreich starben im extrem heißen und trockenen Vorjahr 13.584 Menschen. Das war die zweithöchste Zahl seit Jahrzehnten. Im Hitzejahr 2015 verzeichnete man 13.654 Tote, 2017 waren es 13.579.