19. Juni 2019

AKTUELLES

Innviertler Wasser wurde an Bayern verkauft

Schärdinger Quelle nach Bayern verkauft

Eine Traumvision wird Wirklichkeit! Vor 40 Jahren rissen in Raab im Bezirk Schärding immer wieder Bilder von einer besonders starken Quelle eine Frau aus dem Schlaf. 1990 stieß man bei Bohrungen in 500 m Tiefe tatsächlich auf außergewöhnliches Wasser. Ein bayrischer Bio-Unternehmer will dieses edle Nass nun vermarkten. Die Quelle und zwei Liegenschaften hat er schon gekauft.


Unternehmer Johann Abfalter mit Rosemarie Gura, die vor 40 Jahren von der Quelle träumte.

Es war ebenso unerklärlich wie verblüffend. „Ich sah im Traum immer wieder eine klare Quelle mit riesigen Wasserfontänen. Das war so intensiv, dass ich aufgewacht bin. Später ist in diesen Träumen auch eine Granitmauer aufgetaucht,“ erzählt Rosemarie Gura. Die Traumvisionen hatte sie zwischen 1974 und 1983, nachdem sie mit ihrem Mann und den Kindern nach Raab gezogen war.
 1987 bat die Tourismusexpertin einen Rutengänger, die Gegend nahe Maria Bründl, das vor 300 Jahren ein vielbesuchter Wallfahrtsort mit Kapelle und Badehaus war, zu untersuchen. Der Linzer bestätigte, dass die Traumvisionen ihre Richtigkeit hatten. Schließlich konnte Rosemarie Gura den anfangs skeptischen Bohrexperten Rudolf Stoffner aus Mehrnbach auf ihre Seite bringen. Er kaufte das Grundstück und wagte die Quellbohrung.
Über ein Jahr lang fraß sich der Bohrer in die Erde Raabs und brachte nichts außer Sand hervor. Bis in 400 m Tiefe. Dann stieß man auf Granit. Jeder andere hätte wahrscheinlich an dieser Stelle aufgegeben. Doch Stoffner errinnerte sich an Guras Traumvision von der Granitmauer und ließ weiterbohren. Der Bohrer brach und musste aufwändig repariert werden. Dann ging’s im harten Gestein weiter.
Am 11. August 1990 war das Wunder perfekt. Aus dem Granit in 500 m Tiefe sprudelte eine Riesenquelle mit 72.000 Liter Wasser pro Stunde. Zum Vergleich: In Lourdes fließen 140.000 Liter pro Tag. Gura und Stoffner hatten entgegen allen Unkenrufen Recht behalten. „Wir haben ein Super-Wasser, es gibt nichts Vergleichbares in Österreich,“ schwärmte Rudolf Stoffner, den das Wagnis viele Millionen Schilling gekostet hatte. Rosemarie Gura: „Die Quelle ist ein Geschenk des Himmels. Ich habe noch Wasser vom 11. August 1990 in einem Glasbehälter, und es ist so klar und rein wie am ersten Tag.“
Dieses „Geschenk Gottes“ will der bayrische Unternehmer Johann Abfalter nun nützen. Zu Abfalters Familienunternehmen gehören zwei Biohotels in Bad Füssing und Schneizlreuth, eine Naturkäserei in Ruhpolding und eine Pferdezucht.
Die Abfalters prägen seit 20 Jahren auch den Begriff des „lebendigen Wassers.“ Dieses Wasser kommt aus sechs bayrischen Quellen, wird unter dem Namen „St. Leonhards Quellen“ abgefüllt und ist in jedem deutschen Biomarkt erhältlich. Die „St. Leonhards Quellen“ sind in Deutschland Bio-Marktführer.
In zwei, drei Jahren könnte auch das Wasser aus Raab unter „St. Leonhards Quellen“ am Markt sein. Abfalter hat nicht nur die Quelle gekauft, sondern auch das Raaber Gründerzentrum für Jungunternehmer, das zuvor 13 Pramtal-Gemeinden gehörte, und vor wenigen Monaten den alten Pfarrhof von Raab, der im Besitz eines deutschen Barons war. Alle drei Liegenschaften befinden sich in einem Umkreis von etwa 200 Metern. Beim Gründerzentrum soll eine Abfüllanlage errichtet werden. Johann Abfalter: „Zuerst muss einmal die Quelle saniert werden. Ich kann mir aber vorstellen, dass es in etwa zehn Jahren im ehemaligen Pfarrhof, der saniert werden muss, eine Badeanstalt mit Holzwannen gibt.“