21. Mai 2019

AKTUELLES

Viel Wald bei Waldstadion ist in Gefahr

Bürgerinitiative kämpft

für den Wald beim Waldstadion Pasching

Ausgerechnet am Valentinstag geht es im Gemeinderat von Pasching um viel Grün. Eine Bürgerinitiative hat den Politikern keine Blumen, sondern 790 Unterschriften gegen den Bau von zwei zusätzlichen Fußball-Trainingsplätzen und für die Rettung von 2,5 Hektar Wald beim Waldstadion überreicht. Grüner Wald oder grüner Rasen?


Ruth Kropshofer hat als Sprecherin der Bürgerinitiative im Gemeindeamt die 790 Protest-Unterschriften abgegeben und den Gemeinderat dazu gezwungen, sich noch einmal mit der Waldrodung zu befassen. Unterschriften von zwei Prozent der Wahlberechtigten sind Voraussetzung dafür.

632.069,50.- Euro hat die Gemeinde Pasching 2017 an die Stadt Linz für 47.359 m2 Wald und 24.773 m2 Grünfläche beim Waldstadion (TGW Arena) im Ortsteil Wagram bezahlt. 25.000 m2 dieses Waldes sollen zwei weiteren Fußballfeldern zum Opfer fallen, damit der LASK, sein Kooperationsklub FC Juniors OÖ und der Hobbyverein SV Pasching 16 mehr Platz zum Trainieren haben.
Aktuell gibt es neben dem Stadion drei Trainingsfelder. Eines ist durch VIP-Zelt und Container blockiert, eines in desolatem Zustand. „Geplant war, mit der Rodung im Februar zu beginnen,“ sagte Harry Gartler, beim LASK für Infrastruktur-Agenden zuständig, am 23. Jänner bei einem Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative.
Daraus wird vorerst allerdings nichts, auch wenn der Gemeinderat mit Mehrheit einer Flächenumwidmung und einem Baurechtsvertrag mit dem FC Juniors OÖ zugestimmt hat. Noch fehlt ein Bescheid des Landes als Raumordnungsbehörde, dafür wurden in nur wenigen Tagen 790 Unterschriften gegen die Waldrodung gesammelt.
Die „Überparteiliche Plattform für den Erhalt der Waldfläche bei der TGW Arena“ beklagt mangelnde Auskunftsbereitschaft der Gemeinde und argumentiert mit den schon jetzt großen Belastungen der Anrainer durch den Fußballbetrieb, und dass der LASK ab 2022 in Pasching ohnehin keine Bundesligaspiele mehr austragen darf. „Dann gibt es genug Trainingsmöglichkeiten. Da muss man nicht jetzt einen großen Teil unseres Erholungswaldes zerstören,“ sagt Ruth Kropfs­hofer, Sprecherin der Bürgerinitiative.
Die Umweltanwaltschaft bezeichnet in einer Stellungnahme Pasching „als sehr waldarm“ und sieht eine Rodung nur bei „sehr hohem öffentlichen Interesse“ als gerechtfertigt an. Dann müssten „entsprechende Ersatzaufforstungsflächen zumindest im Ausmaß von 1:1,5 vorliegen“.
Am 14. Februar muss sich der Gemeinderat mit den 790 Protest-Unterschriften, das sind 14 % der Wahlberechtigten, befassen. Was dabei herauskommt, „kann ich nicht sagen,“ so Bürgermeister Ing. Peter Mair, der kritisiert, dass die Bürgerinitiative mit falschen Zahlen gearbeitet habe und „das Waldstadion auch nach 2022 ein großes Trainingszentrum bleiben soll“.